Peter Berlin
die Ikone der Schwulen-Szene in den 70er-Jahren
Armin Hagen Baron von Hoyningen-Huene – alias Peter Berlin und bis 1971 als Peter Burian bekannt - wurde 1942 in Polen geboren. Der Spross der verarmten, adligen Familie wuchs in Berlin auf, wo er sich anfangs mit verschiedenen Jobs seinen Lebensunterhalt verdiente. Bevor er dann in den 60er Jahren für das deutsche TV-Magazin „VIP-Schaukel“ arbeitete und namhafte, internationale Größen wie Catherine Deneuve, Alfred Hitchcock, Klaus Kinski und auch Brigitte Bardot fotografierte, jobbte er als Illustrator, als Schneider und als Fotograf. Schon zu dieser Zeit sorgte Peter Berlin für Aufsehen durch seine extrem figurbetonte und erotische Kleidung, die er in nächtlichen Streifzügen durch Berlin zur Schau trug. Zu Beginn der 70er-Jahre entschied sich Armin Hagen Baron von Hoyningen-Huene für seine neue Wahlheimat San Francisco. Unter seinem ersten Künstlernamen Peter Burian gelang es ihm, zum beliebtesten Exzentriker der Polk-Street zu werden. Sein auffallender, erotischer und überaus aufreizender Kleidungsstil ermöglichte es dem Künstler, sich immer besser in Szene zu setzen. 1971 dann war er durch die Klage seitens des Schauspielers Peter Burian gezwungen, seinen Künstlernamen zu ändern. Ab diesem Zeitpunkt tritt er als Peter Berlin in der Erotik- und Schwulenszene auf, und 1972 drehte er zusammen mit dem Fotografen Richard Abel den Film „Post Haste Hurtle“, dessen Titel jedoch später in „Nights in Black Leather“ geändert wurde. Dieser erste Erotikfilm erreichte „Kultstatus“ in der schwulen Erotik-Szene. 1974 folgte dann der Film „That Boy“, in dem Peter Berlin gleichzeitig für Buch, Produktion und Regie verantwortlich war und auch die Hauptrolle spielte. Diese und noch weitere 4 Kurzfilme, sowie eine Portfoliostrecke über 8 Seiten in dem Magazin „After Dark“ machten Peter Berlin zu einem begehrten Sexsymbol in der homosexuellen Szene. Sein Hang zur Selbstdarstellung bescherte ihm dabei auch internationale Berühmtheit. Die Mitte der 80er Jahre grassierende AIDS-Epidemie in der Schwulenszene beeinflusste Peter Berlin so sehr, dass er sich für fast 20 Jahre aus der Öffentlichkeit zurückzog. Die 2005 gedrehte Dokumentation „That Man Peter Berlin“ erhielt zahlreiche Auszeichnungen bei internationalen Filmfestivals. Die DVD „Nights in Black Leather“ erhielt 2007 sogar die Auszeichnung „Best Classic DVD Release“, wodurch dieser Streifen sogar in die Hall of Fame aufgenommen wurde. Noch heute lebt Peter Berlin in seiner Wahlheimat San Francisco.
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